Corona-Virus: Was tut Biomare ?

13.05.2020 Maske oder doch nicht?

In den letzten Tagen sind in unseren Läden Menschen erschienen, die den vorgeschriebenen Mund-Nase-Schutz nicht oder nur zum Schein tragen. Als Lebensmittelhändler sind wir verpflichtet, die gesetzlichen Vorgaben umzusetzen. Dabei spielt es keine Rolle, ob wir sie gar nicht, ganz oder nur teilweise sinnvoll finden. Wir haben uns an die Hygiene-Regeln zu halten. Da haben wir auch kein Wahlrecht und keinen Ermessensspielraum, denn wenn wir uns den Regeln verweigern, machen wir uns strafbar.

Wir setzen die vom Land Sachsen vorgegebenen Hygiene-Regeln um. Konkret bedeutet das: Dass wir allen Menschen den Zutritt zu unseren Läden verwehren (und dies auch müssen), die keinen Mund-Nase-Schutz tragen oder die diesen absichtlich so tragen, dass er hygienisch unwirksam ist.

Die Erfahrungen der letzten Tage veranlassen uns zu folgender Verdeutlichung:
Es macht auch überhaupt keinen Sinn, einen möglichen Streit über die Corona-Schutzmaßnahmen statt mit den für die Regularien Verantwortlichen stellvertretend mit uns bzw. auf unserem Rücken auszutragen. Ort und Grundlagen für diese Auseinandersetzung sind die Institutionen und Grundrechte unserer Demokratie. Mit uns darüber zu diskutieren ist wirklich Zeitverschwendung – oder nutzlose Rechthaberei. Wer sich über die Maskenpflicht hinwegsetzt, wird von uns des Hauses verwiesen. Und leider ist auch der folgende Hinweis notwendig: Wer glaubt, sich über unser Hausrecht hinwegsetzen zu können, findet die Konsequenzen im Strafgesetzbuch unter dem Stichwort Hausfriedensbruch“.

Da die Reaktionen in Sachen Corona gewisse Muster erkennen lassen, erlaube ich mir hier einen kleinen gesellschaftspolitischen Exkurs:
Wir von Biomare maßen uns bezüglich des Komplexes „Corona“ nicht an, den besseren Durchblick zu haben als Politik und Fachleute. Deshalb akzeptieren wir, dass die Entscheidungskompetenz bei den dafür zuständigen Institutionen liegt.
In einer grundlegenden Angelegenheit von Bedeutung für uns alle hingegen positionieren wir uns ganz klar: Regeln und deren Durchsetzung sind für ein funktionierendes Zusammenleben zwingend notwendig.

Wir haben das große Glück, in einem Land und in einer Zeit mit einer der am besten funktionierenden Demokratien auf dieser real existierenden Welt zu leben. Was selbstredend nicht heißt, dass alles gut und richtig ist und nicht auch besseres denkbar und erstrebenswert wäre. Der Streit darüber gehört jedoch in den Raum der demokratischen Mechanismen. Auch beim Thema Corona tritt allerdings zu Tage: Aus Wortwahl und Positionierungen vieler VerweigerInnen und „SystemkritikerInnen“ spricht nicht selten eine maßlose Selbstüberschätzung. Dies disqualifiziert in unseren Augen als ernst zu nehmende GesprächspartnerInnen. Denn diesem selbstüberschätzenden Duktus mancher Kritisierender liegt die unausgesprochene Überzeugung zugrunde, selbst klüger zu sein als die Kritisierten. Jeder von uns kennt es aus dem Alltag: Bei genauerem Hinsehen auf die Sache ist diese Art von Haltung gegenüber anderen Menschen und Sachthemen meistens erschreckend substanzlos.

Malte Reupert,
Geschäftsführer und Inhaber von Biomare

05.05.2020 Maskenpflicht für Biomare MitarbeiterInnen

Unsere Antwort auf eine Kundenbeschwerde wegen fehlendem Mund-Nase-Schutz hinter den Theken und an der Kasse wollen wir hier allen zur Kenntnis geben:
Unsere MitarbeiterInnen in den Läden tragen einen Mund- und Nasenschutz. Das Tragen der Masken über den Zeitraum von mehreren Stunden ist eine große Belastung, verbunden mit einer verminderten Sauerstoffversorgung. Deshalb muten wir die Masken unseren MitarbeiterInnen nur dann zu, wenn es auch sinnvoll ist. Unser Scheibenschutz an den Kassen und Servicebereichen bietet ausreichend Schutz zum Gegenüber und macht ein Maskentragen überflüssig. Unsere MitarbeiterInnen tragen daher keine Masken, wenn sie sich hinter dem Scheibenschutz befinden. Die Masken sind jedoch immer aufzusetzen, wenn der Scheibenschutz-Bereich verlassen wird. Nach allem was wir heute wissen, finden Infektionen mit SARS-CoV2 über Flächenkontakt und Lebensmittel nicht oder so gut wie nicht statt.

Mehr Informationen unter:

https://www.mdr.de/sachsenradio/corona-maskenpflicht-sachsen-unsicherheiten-100.html

21.04.2020 Mitarbeiterrundbrief zur Maskenpflicht

Unser Mitarbeiterrundbrief zur seit Montag geltenden Maskenpflicht in Sachsen:

https://bio-mare.com/mitarbeiterrundbrief-zur-maskenpflicht/

20.3.2020 Malte Reupert, Inhaber und aktiver Geschäftsführer von Biomare

Dies ist für uns alle eine Zeit voller Herausforderungen. Uns bei Biomare kommt dabei die besondere Aufgabe zu, die Lebensmittelversorgung aufrecht zu erhalten und dabei nicht selbst zum „Superspreader“, also zum Krankheitsverbreiter zu werden.

Unsere Maßnahmen:

Die Führungsriege sieht den Infektionsschutz jetzt als wichtigste Aufgabe. Wir informieren uns täglich anhand seriöser Quellen und verbessern darauf aufbauend täglich unser Schutzschild aus verschiedenen Maßnahmen.

Wichtigste Voraussetzung: gutes und schnelles Management und die richtigen Prinzipien

  • richtige Prioritäten setzen und Unwesentliches vernachlässigen
  • Wirksamkeit durch faktenbasiertes Handeln statt Placebo: Unsere Maßnahmen sollen wirken und nicht nur zur Beruhigung nervöser ZeitgenossInnen dienen
  • Sicherheit geht strikt vor Routine und bequemen Lösungen

Im Einzelnen:

  • Jedes Ladenteam wird in 2 Gruppen aufgeteilt, die strikt getrennt arbeiten, um im Falle einer Infektion im Team nicht den ganzen Laden unter Quarantäne stellen zu müssen, sondern mit einer Schicht weiterarbeiten zu können. Hierzu führen wir ab Montag, den 23.3. eine „Geister-Übergabe“ ein: Mittags werden die Läden zwischen 13:30 und 14:30 geschlossen, das Früh-Team verlässt den Laden bevor das Spät-Team anfängt zu arbeiten
  • Wir haben den Café- und Bistrobetrieb eingestellt, um die Übertragungswahrscheinlichkeiten durch Geschirr, gemeinsames Speisen und Sozialkontakt zu reduzieren
  • Wir haben zusätzliche Helfer eingestellt und den Teams zugeteilt, um das stark erhöhte Warenvolumen zu bewältigen
  • Wir haben MitarbeiterInnen freigestellt, die im Falle einer Infektion zu den Risikogruppen für schwere Krankheitsverläufe gehören
  • Wir desinfizieren im Stundentakt prädestinierte Übertragungsflächen wie Türklinken, Einkaufswagengriffe, Wasserhähne etc.
  • Wir bauen für unsere Kassen und Arbeitstresen provisorische „Spuckschutz“Vorrichtungen, um die Aerosol-Übertragung zwischen KundInnen und MitarbeiterInnen deutlich zu erschweren
  • Die Verwaltung und die Haushandwerker sind strikt einzelnen Ladenteams zugeordnet (und helfen dort mit) oder arbeiten aus dem Homeoffice. Sie dürfen andere Biomare-Filialien nicht betreten, um nicht ungewollt zu ÜberträgerInnen zu werden
  • Wir versorgen unsere aktiven MitarbeiterInnen komplett aus dem eigenen Sortiment, damit Einkäufe anderswo und das damit verbundene Infektionsrisiko minimiert werden
  • Wir lassen uns nicht von panischem Verhalten einzelner Menschen oder fachlich falschen oder unwirksamen Forderungen an unsere Maßnahmen verwirren
  • Wir informieren unsere MitarbeiterInnen und KundInnen schnell und umfassend und stehen für Fragen zur Verfügung
  • Unsere MitarbeiterInnen sind aufgefordert, sich außerhalb der Arbeit zu verhalten, als ob sie unter Quarantäne stünden
  • Unsere MitarbeiterInnen dürfen nicht mehr mit dem öffentlichen Nahverkehr zur Arbeit kommen
  • Für den Ernstfall haben wir einen Plan für einen stufenweisen „Shutdown“ erstellt, sodass bei Quarantäne bzw. Krankheit ein Notbetrieb aufrecht erhalten werden kann.

Was wir nicht tun, weil wir es nicht können, es nicht wirkt bzw. sogar das Gegenteil bewirkt:

  • Die MitarbeiterInnen mit Handschuhen arbeiten lassen (Handschuhe sind schlimmere Keimverbreiter als die bloßen Hände)
  • Spezielle Öffnungszeiten für Risikogruppen einführen (verringert nach unserer Einschätzung nicht die Infektionsgefahr für Risikogruppen)
  • Die MitarbeiterInnen mit Mundschutz arbeiten lassen (Materialmangel, schützt die MitarbeiterInnen nicht)
  • Kundenverfügbar Händedesinfektion aufstellen (Materialmangel und Verunreinigung von Lebensmitteln)
  • Lieferservice anbieten (es fehlt dafür die IT und das entsprechende Kommisionierlager)

Und das wichtigste: Wir begegnen der Herausforderung mit Entschlossenheit und ruhiger Hand. In unseren Teams ist die Stimmung sehr gut und alle KollegInnen sind außerordentlich engagiert.

Als Gründer, Inhaber und Geschäftsführer trage ich für Biomare die persönliche Verantwortung. Ich bin außerordentlich glücklich, mit so vielen engagierten, fröhlichen und mitdenkenden MitarbeiterInnen zusammenarbeiten zu dürfen. Es ist ein großes Geschenk, so viel Vertrauen entgegengebracht zu bekommen und Vertrauen schenken zu können.

Liebe Kundschaft, im Namen meiner MitarbeiterInnen möchte ich mich auch sehr, sehr herzlich für das außerordentlich freundliche und wertschätzende Verhalten und Ihre Kommunikationskultur bedanken. Liebe KundInnen, Sie als mitdenkender und kulturvoller Ausschnitt aus der Gesellschaft sind für alle von uns ein ganz wesentlicher Grund, speziell bei Biomare, also für Sie als Biomare-KundInnen zu arbeiten.
Ihr Malte Reupert