Was ist Nachhaltigkeit?

Der Begriff Nachhaltigkeit hat zum einen die Bedeutung einer „[über] längere Zeit anhaltende[n] Wirkung“ (Duden).

Zum anderen ist Nachhaltigkeit ein „forstwirtschaftliches Prinzip, nach dem nicht mehr Holz gefällt werden darf, als jeweils nachwachsen kann“ (Duden).

Diese beiden Erklärungen finden sich im modernen Verständnis von Nachhaltigkeit wieder: Unser Handeln heute, also in der Gegenwart, wirkt sich auf die Lebensqualität von uns und unseren Kindern im Morgen, also in der Zukunft, aus.

Das heißt konkret:

So wie wir heute beim Einkauf von Lebensmitteln und Kleidern, bei der Wahl unseres Stromanbieters, unserer Verkehrsmittel und unseres Arbeitsplatzes etc. entscheiden, ist von Bedeutung für die Frage, ob wir morgen noch gut auf dieser Erde leben können.

Warum?

Weil unsere Alltagsentscheidungen direkt und indirekt beeinflussen, in welchem Maß wir die Ressourcen aufbrauchen, die uns auf der Erde und in unserer Gesellschaft zur Verfügung stehen. Dazu zählen:

  • Natürliche Ressourcen, wie ein vitaler Boden; saubere Luft und sauberes Wasser; die biologische Vielfalt; eine Erdatmosphäre, die mit ihrem CO2-Gehalt lebensfreundlich ist; und Rohstoffe, wie Kohle und Metalle
  • Menschliche Ressourcen, wie unsere Gesundheit, Kreativität und Arbeitskraft
  • Finanzielle Ressourcen, also vereinfacht gesagt das uns zur Verfügung stehende Geld.

Wenn wir diese begrenzten Ressourcen ausbeuten oder belasten, so dass sie zur Neige gehen und sich nicht mehr erholen können, dann ist das nicht nachhaltig. Denn in der Folge bleibt uns und unseren Kindern morgen zu wenig oder nichts mehr davon übrig. Ein Beispiel: Wenn wir durch’s Autofahren, Fliegen und durch die Industrie weiterhin Unmengen Treibhausgase in die Atmosphäre blasen, dann beschleunigen wir den Klimawandel. So wird morgen kein gutes Leben mehr auf der Erde möglich sein, weil etwa zu heiße und trockene Sommer zu Dürren führen. Dadurch vertrocknen unsere Nahrungspflanzen auf den Feldern.

Nutzen wir Ressourcen maßvoll, so dass sie nachwachsen können und auch zukünftig noch ausreichend zur Verfügung stehen, dann ist das nachhaltig. Dann hat unser Handeln heute eine anhaltend gute Wirkung in die Zukunft hinein. Auch dafür ein Beispiel: Wenn Landwirte ökologisch wirtschaften, also ohne Pestizide, mit Fruchtfolgen auf den Feldern und mit vielfältigen Landschaftsstrukturen, dann fördert das den Humusaufbau und ein vielfältiges Pflanzen- und Tierleben. Auf einer gesunden Humusschicht können unsere Nahrungspflanzen auch morgen noch gut gedeihen. Und eine Vielfalt von Insekten bestäubt weiterhin die Blüten von Obstbäumen, so dass wir auch in Zukunft leckere Früchte genießen können.

Es ist also für uns höchst sinnvoll, nachhaltig zu handeln. Oder anders gesagt: Wir werden als Menschheit nur überleben, wenn wir nachhaltig leben. Das ist leicht gesagt – und gar nicht so schwer getan. Doch auf jeden Fall ist Nachhaltigkeit eine komplexe Sache! Sie umfasst die drei Haupthandlungsbereiche Ökologie, Soziales und Ökonomie. Willst Du wirklich nachhaltig handeln, sind alle drei Bereiche in deinen Entscheidungen mitzudenken.

Ein Beispiel: Du möchtest dir Kleidung kaufen. Im Sinne der Nachhaltigkeit ist Folgendes zu bedenken:

Du möchtest dir Kleidung kaufen. Im Sinne der Nachhaltigkeit ist Folgendes zu bedenken:

  1. Ökologie: Die konventionelle Herstellung von Bekleidung findet oft in asiatischen Ländern statt, unter Anwendung einer Vielzahl von Chemikalien, die die Umwelt belasten. Das ist schlecht für die Gesundheit der Menschen, die dort leben.

  2. Soziales: Nicht selten fehlen in diesen Ländern arbeitsrechtliche Standards, wie es sie bei uns gibt. So erhalten die ArbeiterInnen in den Fabriken, in denen die Bekleidung gefertigt wird, meist nur sehr niedrige Löhne und sie müssen zu viel arbeiten. So können sie sich und ihre Familien kaum ernähren. Und: Wenn Du konventionell hergestellte Kleidung trägst, können die Chemikalien aus dem Herstellungsprozess Hautreizungen bei dir verursachen.

  3. Ökonomie: Zwar haben die konventionell hergestellten Kleider oft niedrigere Preise als nachhaltigkeitszertifizierte Öko-Kleider. Diesen Bio-Kleidern haftet jedoch kein Gifte an, ihre Herstellung belastet die Umwelt weniger und die Menschen, die sie gefertigt haben, bekommen höhere Löhne. Das bedeutet einen höheren Preis von Bio-Bekleidung für dich als KäuferIn, doch insgesamt mehr Lebensqualität für alle.

Diese Abwägungen sollten dich zu folgenden nachhaltigen Entscheidungen führen:

1. Du kaufst zwei wertige Öko-T-Shirts statt sechs Billig-T-Shirts aus konventioneller Herstellung. Nachhaltig produzierte Ware hat ihren Preis und wird dich hoffentlich mit einer sehr viel besseren Qualität überzeugen.

2. Du kaufst Kleidung im Second Hand Laden. Damit schonst Du nicht nur deinen Geldbeutel, sondern auch Ressourcen und Umwelt, weil mit dem Second Hand Kauf keine Neuproduktion von Kleidung angeregt wird.

Kurzum: Weniger ist mehr – und nachhaltige Entscheidungen kannst Du mit gutem Gewissen tragen.

Nun ist Nachhaltigkeit allerdings nicht nur für jeden einzelnen ein Thema. Vielmehr ist Nachhaltigkeit ein Prinzip, dem auch Unternehmen in ihrem Handeln folgen sollten, wenn sie fit für die Zukunft sein wollen. Das haben wir bei Biomare erkannt und uns auf den Weg gemacht…